Tag: 20. Februar 2017

Warum benutzen wir einen Fitnesstracker?

Smartphones sind überall, fast jeder hat eins. Kleine Computer haben aber nicht nur in Form von Mobiltelefonen Einzug gehalten. Ebenso benutzen viele Leute ein Gerät am Armband, dass den Körper überwachen soll. Monitoren kann man Schlaf, Herzfrequenz, Anzahl der Schritte. Das alles kann man sich in einer App darstellen lassen, GPS-getrackt und mit Wetterdaten verknüpft.

Während die einen eine glorreiche Zeit voraussagen, haben andere bereits in den Abgesang eingestimmt. Was ist Sache? Nützliches Zubehör oder überbewerte Spielerei? Und vor allem: Braucht es das?

Angefangen hat alles ganz klein: Vor ein paar Jahren gab es zum ersten Mal erschwingliche Pulsmesser. Man band sich einen Brustgurt um, das Gerät zeichnete den Herzschlag auf. Fortan wusste man darüber Bescheid, wie hoch der Puls maximal anstieg und wie der Mittelwert aussieht. Sehr basic!

Als ich meinen ersten Pulsmesser kaufte, konnte der immerhin schon auswerten, wieviele Kalorien ich während einer Session verbrannte, wenn ich Geschlecht, Grösse, Alter und Gewicht angab. Das rechnete er zusammen und jeden Sonntag bekam ich «Post» auf die Uhr, worin mir gesagt wurde, wie viele Kalorien ich denn extra verbrannte.

Wie immer bei technischen Geräten ist der Fortschritt rasant und die Technologiesprünge sind dramatisch. Die namhaften Hersteller haben ausgefeilte Geräte im Standardsortiment, die neben Pulsmessfunktionen eine GPS-Sonde eingebaut haben, viele Geräte weisen auch den Weg, das heisst, man kann auch im dichtesten Wald joggen gehen, ohne dass man von der bösen Grossmutter verspiesen wird. Gerade auch für Mountainbiker bieten sich diese GPS-Lösungen an, da, crowd-basiert, verschiedene Routen hochgeladen werden, die man dann mittels dieser Geräte abfahren kann.

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Nein, man braucht eigentlich solche Geräte nicht. Man kann trainieren und sogar abnehmen, ohne den Körper genau zu vermessen. Unser heutiges Zeitalter, in dem man fast alles von fast allen weiss, ist es nur logisch, dass wir über unseren Körper auch möglichst genau Bescheid wissen wollen. Ein Elektroauto sagt voraus, wie weit die Batterie noch reicht, ein Smartphone kann mir auch genau sagen, wann ich von der Welt abgehängt werde. Nur unser kostbarstes Gut, unseren eigenen Körper haben wir noch nicht komplett unter Kontrolle. Mit den neuesten Wearables kann man den Schlaf vermessen, man zählt die Schritte, der Kalorienverbrauch wird ermittelt. Man wird ermahnt, wann man zu lange am Schreibtisch sass und eine Bewegungspause braucht. Schöne neue Welt! Zugegeben: Ich benutze auch die Schrittzählfunktion meines Telefons – Ich schaue jeden Tag, ob ich die «vorgeschriebenen» zehntausend Schritte geschafft habe. Wie überall im Leben, kommt es auf das Mass an, man sollte es nicht übertreiben, totale Kontrolle ist unnötig, unsere Vorfahren wussten schliesslich auch nicht, was jede einzelne Zelle während des Tages tat. Für Interessierte sind die Geräte aber sicherlich eine tolle Investition.

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